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Gleichstellung am Arbeitsplatz ist ein Grundrecht

Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein Grundrecht und eines der Hauptziele, zu denen sich die Europäische Union verpflichtet hat. Zwar hat es Erfolge in der Gleichstellung am Arbeitsplatz gegeben, jedoch lassen Fortschritte in der Gleichstellung im oberen Management auf sich warten. Trotz jahrelangen Besserungsgelöbnissen liegt der Frauenanteil in den höchsten Entscheidungsgremien großer börsennotierter Unternehmen lediglich bei 16%. Verbindliche Quoten sind ein wichtiges Werkzeug, um die gleiche Vertretung von Männern und Frauen zu verwirklichen.

Keine Entschuldigungen für Unterrepräsentation

Es gibt keine glaubwürdige Entschuldigung für die mangelnde Vertretung von Frauen im oberen Management. Einige Unternehmen behaupten zwar, es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen, die als Aufsichtsrätin geeignet wären — jedoch ist seit einem Jahrzehnt die Mehrheit der Absolvent_innen der relevanten Studiengänge weiblich: 60 % der Absolvent_innen in den Wirtschaftswissenschaften, Jura und BWL sind Frauen. Es gibt mehr als genug exzellente Kandidatinnen, die mit der richtigen Personal- und Förderpolitik auch gefunden werden können.

Gleichstellung in den Aufsichtsräten nutzt den Unternehmen

Unternehmen mit heterogenen Aufsichtsräten können sich besser auf Veränderungen des Markts und der Wirtschaft einstellen. Studien haben gezeigt, dass die Erträge in Unternehmen mit einem überdurchschnittlichen Frauenanteil in Führungspositionen höher sind. Der Ausschluss von Frauen aus dem höheren Management beraubt die europäischen Unternehmen des Potentials eines großen Teils der Arbeiter_innenschaft. Beförderungen spielen zudem eine entscheidende Rolle bei der Motivation der Arbeitnehmer_innen; einen Teil davon de facto von der Möglichkeit auszuschließen, bis ins Top-Management vorzudringen, ist der Motivation nicht förderlich.

Frauenquoten funktionieren

Trotz jahrelangen Zusagen von Unternehmensvertretern bleibt die Zahl der Frauen im oberen Management unzumutbar niedrig. Die Selbstverpflichtung ist gescheitert, verbindliche Ziele für Frauen in Führungsetagen haben sich hingegen als erfolgreich erwiesen. In Ländern wie Norwegen, die bereits verbindliche Ziele eingeführt haben, ist der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten spürbar gestiegen. Das Ziel von 40 % ist dort erreicht worden. Finnland hat eine Quote von 40 % für Unternehmen des öffentlichen Sektors, die ebenfalls erreicht worden ist. In der gesamten EU liegt der Anteil dagegen nur bei 14 %.

Den Teufelskreis durchbrechen

Verbindliche Zielvorgaben sind nötig, um den Teufelskreis zu durchbrechen: Solange in Aufsichtsräten vor allem Männer sitzen, werden diese dazu neigen, freiwerdende Aufsichtsratsposten mit Männern zu besetzen. Es ist ein Mythos, dass die derzeitige Personalpolitik der Unternehmen sich ausschließlich nach der Qualifikation der Bewerber_innen richte und Quoten diese beeinträchtigen würden. Verbindliche Ziele würden Unternehmen dazu animieren, mit neuen Methoden nach Talenten zu suchen und diese Suche qualitätsbasierter zu gestalten, anstatt wie bisher das Anforderungsprofil an denjenigen Mann anzupassen, der bereits vorher auf informelle Weise unter den Mitgliedern eines traditionellen Netzwerks ausgesucht wurde. Ein heterogen besetzter Aufsichtsrat wird viel eher dazu tendieren, andersartige neue Mitglieder zu berufen. Die Sicherstellung einer gleichen Repräsentation von Frauen in den Entscheidungsgremien ist unverzichtbar, um Arbeitnehmerinnen für alle Ebenen eines Unternehmens zu gewinnen.

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